Lange hat es gedauert bis es weiter ging. Ist mir doch plötzlich und unvorhersehbar eine schicke Fräse vor die Werkstatt gelaufen, die meine ungeteilte Aufmerksamkeit beanspruchte. Aber dennoch war es eine nützliche Abwechslung, von der aug die ASH 26 profitiert hat.

Nachdem die Spanten noch von der alten China-Fräse erstellt wurden, war die Konstruktion rund um das Servos der Schleppkupplung nun Sache meiner Stepcraft D.420. Hier zeigte sich schnell, dass Spanten in 3D doch nicht so einfach zu konstruieren sind, wenn die Erfahrung dafür fehlt. Einige Abende gingen in die Erstellung Modifikation und den Neuaufbau.

Letztlich ist das Ergebnis aber sehr brauchbar und zweckmäßig. Das Original-Akkuauflagebrett wurde längs etwas beschnitten, damit es, mit Schrauben befestigt, auf dieser Konstruktion Platz nimmt. Dadurch liegt der Akku etwas tiefer und kann noch etwas weiter nach hinten. Wie bei den anderen Scale-Fliegern von mir auch ist im vorderen Teil der Konstruktion der entnehmbare Flitschenhaken (mit Powermagneten im Klemmbereich damit der Ring ohne Zug nicht runterfällt) sowie die Schleppkupplung am Rumpfboden. Alles natürlich außerhalb des (angelegten) Propellers.

Dann war es Zeit für die Ausschnitte der Fahrwerksklappen. Ein Schritt, vor dem ich mich immer möglichst lange herumdrücke, obwohl das Ausschneiden selber nur ein bis zwei Minuten dauert.
Den Rumpf hab ich dazu mit Malerband versehen und die Klappen dort gemäß der Anleitung des WEMO-Hybridfahrwerks angezeichnet und gefühlt zehnmal kontrolliert, bevor ich zu meinem Akku-Multitool mit sehr dünner Holz-Trennscheibe gegriffen habe.

Die Scharniere lagen netterweise dem Fahrwerk bei und wurden mit 1mm Stahldraht gelagert in entsprechenden Messingröhrchen. Die Seiten der Klappen mussten im Scharnierbereich innen etwas angeschrägt werden, damit die Klappen sauber und ohne zu blockieren öffnen. Als Zuhaltung habe ich wieder die vielfach bewährte Lösung mit BH-Haken und Fahrradschlauch als Zuhaltegummi gewählt. Ein Torsionsdraht ist meiner Meinung nach bei dieser Schanierart die zweitbeste Lösung.

Nach dem Einbau und Funktionstest der Startstellung zeigte sich ein kleines Problem mit den vorgegebenen Maßen. Diese sind OK, solange man keine Radbremse verwendet. Ich habe bewusst das Maß 53 (von der Vorderkante des Spantes gemessen) nicht realistisch ist. Ich habe aus einem Impuls heraus hier ein Maß von etwa 50mm gewählt. Trotzdem wird der Bremsschuh in der Startstellung so gegen die Vorderkante des Schachtes gedückt, dass das Rad blockiert. Und ich habe das Fahrwerk schon recht tief eingebaut. Hier wäre ein Maß von etwa 45mm aus meiner Sicht beim 1:3,5er Fahrwerk paxistauglicher in Zusammenhang mit der Radbremse.

Um die Blockierung des Rades in der Startstellung zu verhindern hab ich den Bremsschuh etwas angeschliffen um an der Position des vordern Ausschnittes etwas mehr Luft zu bekommen.

Etwas enttäuschend war die finale Messung der Bodenfreiheit. Trotz spezieller Startstellung bleiben nur etwa 52mm Bodenfreiheit (mit 14x8 Propeller). Das ist nur unwesentlich mehr als bei meinem Ventus (45mm) reicht aber auf unserem recht kurz gemähten Rasen zum Bodenstart. Wichtig ist die Lage des Rades weit vorne um ein Kippen beim Start zu verhindern. Ein "normales" FES-Fahrwerk ist wegen seiner "Storch-Optik" Aufgrund der verlängerten Fahrwerksschenkel absolut keine Alternative für mich. Sollte die Bodenfreiheit nicht reichen, werde ich auf einen 13x10 Propeller zurückgreifen.

Abschließend habe ich noch die Anlenkung des Seitenruders fertiggestellt. Dazu wurde das rote Bowdenzug-Außenrohr massiv gekürzt, was im Rumpfinneren nicht ganz trivial ist. Statt eines Stahlseils verwende ich beschichteten GfK-Bowdenzug, der durch das Rest-Bowdenzugrohr geführt wird. Zusammen mit den speziellen, dünnen Gewindehülsen kann ich den Bowdenzug im Notfall wieder durch das Rohr herausziehen. Die Montage war recht einfach und die selbst konstruierte Servo-Spannvorrichtung hat sich mehr als bewährt.

Hinter dem Seitenruderservo befindet sich noch der Druckaufnehmer für den statischen Druck am Rumpfboden zur Fahrtmessung mit dem LinkVario Pro und TEK-Düse.

Der nächste Schritt ist der Servoeinbau in die Flächen sowie die komplette Verkabelung. Hier ist die beidseitige Anpassung der D-Sub-Stecker wohl die größte Herausforderung. Der rumpfseitige Kabelbaum ist bereits fertig und wartet auf das Gegenstück in den Flächen.

Und dann ist da noch die Kabinenhaube. Hier fehlt mir im Moment noch die Idee, wie ich sie befestige und auch wie der Innenausbau aussehen soll. Im Moment tendiere ich eher zu einer zweckmäßigen statt scalenahen Lösung, da die Vorgabe seitens Tangent ja nicht gerade nach Scale schreit.

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